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Passivhaus am Hattenleh, Öhningen

Auszeichnung beim europäischen Architekturpreis Energie + Architektur 2012

Anerkennung beim Holzbaupreis Baden-Württemberg 2012

Beispielhaftes Bauen 2003-2011

Februar 2012 Auszeichnung der Architektenkammer Baden-Würtemberg

Mitarbeit: Sigrun Bundschuh
Tragwerk: Ingenieurbüro Kunzelmann, Dietingen
Bauzeit 09 - 12/2010




Basisdaten zum Objekt

Lage des Objekts Öhningen
Objektkategorie Ökologisches Bauen
Objektart Werkstätten
Art der Baumaßnahme Neubau

Das Wohn- und Werkstattgebäude Klavier Matz in Öhningen von Schaller + Sternagel Architekten steht an einer Hangkante mit freiem Blick auf das Schweizer Hügelland. Aufgrund dieser Lage und der nahen Gewerbenutzung heben die Architekten die Wohnfläche möglichst weit nach oben, um optimale Sicht zu bieten, Störungen aus dem Umfeld zu minimieren und einen wenig einsehbaren privaten Wohn- und Außenbereich im Obergeschoss zu schaffen. Hierzu wurde ein lang gestreckter Baukörper entwickelt, der auf einem kleinen quadratischen Sockelgeschoss lagert, das nicht unterkellert ist. Die Eingriffe in das vorhandene Gelände konnten dadurch minimiert werden. Das Obergeschoss schiebt sich mit den Schlafräumen nach Osten heraus, eine räumlich gefasste Lärchenholzterrasse umschreibt das gleiche Volumen spiegelbildlich nach Westen. Das Passivhaus ist ein reiner Holzbau in Holzdämmständerbauweise mit Zellulosedämmung und außenseitiger Beplankung mit Holzweichfaserplatte. Der geringe Restwärmebedarf des Gebäudes wird durch ein Lüftungskompaktgerät mit Wärmepumpe und Wärmerückgewinnung bereitgestellt. Entstanden ist ein Gebäude, das durch seine einfache, klar gegliederte Raumstruktur und einen sensiblen Einsatz von Materialien sowie durch ein anspruchsvolles Energiekonzept überzeugt. Die zweischalige, hochgedämmte Gebäudehülle erhält Ihren zeitlosen Charakter durch den Einsatz alter, grob verfugter Ziegeln aus Abbruchhäusern. Außenluft wird durch einen vorgeschalteten Erdreichkollektor zugeführt. Eine thermische Solaranlage ist zur Unterstützung in der Jahreszeit mit flachen Einstrahlungswinkeln senkrecht an der Fassade montiert. Die unauffällig auf dem Flachdach montierte Fotovoltaikanlage sorgt für einen durchschnittlichen Gesamtertrag von ca. 6.000 kWh im Jahr und übertrifft damit die Aufwendungen für die Beheizung und die  Warmwasserbereitung. Das Wohn- und Werkstattgebäude von Schaller + Sternagel Architekten besticht durch eine klare  Formensprache. Einfache Materialien und Details machen es zu etwas Besonderem. Das Gebäude nimmt sich beim Flächen- wie auch beim Energieverbrauch zurück, ohne dabei an Funktionalität einzubüßen. Im Gegenteil, es bietet hohe Lebensqualität und vereint – ganz im Sinn  der Nachhaltigkeit – Wohnen und Arbeiten unter einem Dach. Die  Nutzung erneuerbarer Energien und die Verwendung von Baustoffen  aus nachwachsenden Rohstoffen unterstreichen die Nachhaltigkeit der gesamten Planung.

Projektdetails:

Dämmung unter Bodenplatte ohne Unterkellerung
Stellplätze unter der Auskragung
Dachterrasse im OG auf der Westseite
Dämmung 30 cm Zellulose
Dreifachverglasung mit Holz-Alu-Rahmensystem
Lärche-Leistenschalung mit Lasierung vorvergraut im OG
Sockelgeschoss mit Putz
Wärmepumpenkompaktgerät mit Erdreichkollektor
Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung