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Revitalisierung des Mannheimer Schlosses inklusive Museen und Universitätsräume

Maßnahmen
Architektur, Innenarchitektur, Leitsystem
Umgebaute Bruttogeschossfläche
rund 17.300 Quadratmeter
Bauherr
Land Baden-Württemberg vertreten durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg
Auszeichnungen
Ausgezeichnet für Beipielhaftes Bauen
Auszeichnung guter Bauten 2008




Basisdaten zum Objekt

Lage des Objekts Mannheim
Objektkategorie Öffentliche Gebäude
Objektart Hochschulgebäude/Universitätsgebäude
Art der Baumaßnahme Sanierung und Neugestaltung

Die Pracht des 18. Jahrhunderts

In der Belle Etage (1. Obergeschoss) wurden der Rittersaal, der angrenzende Rote Saal und der Trabantensaal von einer Enfilade mit jeweils drei Räumen ergänzt. Durch die teilweise Entkernung wurden die Raumproportionen in ihre Ursprungsform zurückgesetzt, die Raumabfolge des Barocks wurde rekonstruiert. In diesen Räumen, die jetzt nahtlos ohne Flure ineinander übergehen, entstand das Raumkunstmuseum. Hier hielt die Pracht des 18. Jahrhunderts wieder Einzug.

Die Gegenstände, die nicht an ihrem ursprünglichen Ort gezeigt werden können, erhielten einen neuen Platz im Objektmuseum (Erdgeschoss), das das Raumkunstmuseum ergänzt. Eingebunden wird der einzig erhaltene Raum, die Kabinettsbibliothek der Kurfürstin Elisabeth Auguste: Vom Objektmuseum aus ist ein Einblick möglich. Denn zugänglich ist der Raum nur während Sonderführungen.

Ins Museum gelangen die Besucher über einen Zugang im östlichen Seitenflügel, wo sie ein großzügiger Eingangsbereich mit Museumsshop und Cafeteria erwartet. Im eingeschobenen, verglasten Zwischenraum sind multifunktionale Räume entstanden. Um den reibungslosen Museumsbetrieb auch zu gewährleisten, wenn Veranstaltungen im Rittersaal oder Gartensaal stattfinden, schufen die Architekten unterirdisch einen Bypass, der es erlaubt, Haupttreppenhaus, Rittersaal und Gartensaal zu umgehen. Dabei bilden die tief gründenden Fundamente des Mittelbaus die Außenwände des Bypasses.

Für eine moderne Wissensgesellschaft

Durch die Sanierung und Neugestaltung des östlichen Teils der Schlossanlage, namentlich der Ostflügel mit seinem Haupteingang sowie Teilen des Nordflügels, ist 2011 ein weiterer Abschnitt um den so genannten Schneckenhof fertig gestellt worden. Seit 2009 wurde an der grundlegenden baulichen und technischen Sanierung des gesamten Bautraktes mit barrierefreien Zugängen und umfangreichen Brandschutzmaßnahmen geplant, darunter ein Foyer, ein 400 Sitzplätze fassender Hörsaal sowie an Schulungsräumen und 50 Arbeitsplätzen für die Verwaltung.

Herzstück der jüngsten Sanierung ist der größte Hörsaal im Schloss mit einer zeitgemäßen Medienausstattung und funktionalem Raumkomfort. Mit einer Lichtbänderung an Wänden und Decke wurden die Raumproportionen harmonisiert. Helles Licht, warmtoniger Holzfußboden und die geschichteten Wandpaneele verleihen dem klar gegliederten Raum eine Atmosphäre, die konzentrierter Arbeit angemessen ist. Parallel wurde eine Reihe von weiteren Hörsälen modernisiert. Mit der Erneuerung der technischen Ausrüstung war die Schaffung klarer Raumbilder und Oberflächen-Haptiken verbunden, die in zum Teil enger Abstimmung mit den Geldgebern erfolgt ist, um einen individuellen Duktus zu erreichen.

Das Foyer zum Schneckenhofflügel ist in den 1950er-Jahren neu entstanden. Hier war eine diskrete Erneuerung gefragt, die einerseits der charakteristischer Architektursprache der Zeit in ihrem Eigenleben Rechnung trägt und zugleich den aktuellen Anforderungen des Universitätsbetriebes gerecht wird.

Durch die Umbauten der vergangenen Jahre ist die weitläufige Schlossanlage wieder näher an die Stadt gerückt. Ausgestattet mit zeitgemäßer Funktionalität, kann die Universität dank der exponierten Lage der ehemaligen Residenz in der Stadtlandschaft ihren Wert für die moderne Wissensgesellschaft sinnfällig unterstreichen.