Energiesparhaus bauen: Clever Energie sparen

Nachhaltig und umweltbewusst leben

Architekten.de Redaktion     |     Aktualisiert am: 9. Dezember 2020
Lesezeit:  Minuten

Energiewende, Energieverordnung, Energiesparhaus: Man braucht nur einmal täglich Nachrichten zu hören, um von diesen Begriffen umgeben zu sein. Dies zeigt, wie aktuell das Thema Energiesparen sowohl im Hinblick auf die schwindenden Ressourcen der Erde als auch im Hinblick auf die steigenden Preise für Energie geworden ist.

Wer plant, ein Haus zu bauen, sollte sich also intensiv mit der Frage auseinandersetzen, wie sinnvoll es ist, ein Energiesparhaus zu bauen und welche Vor- und Nachteile ein solches Bauvorhaben mit sich bringt.

In diesem Artikel informieren wir Sie

  • Welche staatlichen Regeln es für den Bau eines energiesparenden Hauses gibt
  • Welche unterschiedlichen Arten von Energiesparhäusern es gibt und
  • über Tipps für den Bau von Energiesparhäusern

Energiesparend Bauen: Regeln der EnEV 2016

Zugegeben: Ein Energiesparhaus zu bauen, hat nicht nur etwas mit dem eigenen Umwelt- und Kostenbewusstsein zu tun, sondern wird teilweise sogar vom Staat vorgeschrieben. Seit dem 1. Januar 2016 gelten höhere Grenzwerte für den Hausbau. Insgesamt dürfen Neubauten jetzt nur noch einen 25 % niedrigeren primären Energiebedarf haben als Häuser, die noch vor diesem Datum gebaut wurden.

Energiesparpotenzial ausnutzen

Dies kann der Bauherr zusammen mit seinem Architekten individuell gestalten. Entweder er erhöht das Energiesparpotenzial des Hauses durch eine entsprechend hochwertige Dämmung oder er beheizt seine Räume beispielsweise mit einer ressourcenschonenden Pelletheizung. Außerdem kann er rechnerisch auch zusätzliche Primärenergie sparen, indem er diese durch Sonnenkollektoren auf dem Dach bezieht. Auch eine sehr effiziente Wärmepumpe kann dafür sorgen, dass dieser Wert schnell erreicht wird.

Außerdem muss der Wärmeschutz der Gebäudehülle laut EnEV 2016 um 20 % verbessert werden. Die Kosten für den Hausbau steigen durch diese Vorschriften zunächst, werden sich aber spätestens in 20 Jahren amortisieren laut Expertenschätzung.

Energiesparhäuser: Diese Typen gibt es

Bevor Ihr Architekt die erste Wand in den Plan zeichnet, sollten Sie sich entschieden haben, welches Energiesparhaus Sie bauen wollen. Dafür stehen Ihnen verschiedene Modelle zur Auswahl, die wir Ihnen kurz vorstellen möchten.

Das Niedrigenergiehaus

Das Niedrigenergiehaus soll den jährlichen Energiebedarf deutlich reduzieren auf ein Maximum von 70 Kilowattstunden. Dies entspricht einer Menge von 7 Litern Heizöl/ Jahr pro Quadratmeter. Ökonomische Heizanlagen sollen diesen Wert erzielen.

Das 3-Liter-Haus

Von einem 3-Liter-Haus spricht man dann, wenn das Haus drei Liter Heizöl pro Jahr und Quadratmeter für Heizung und Lüftung benötigt.

Das Passivhaus

In einem Passivhaus wird kein aktives Heizsystem verbaut. Das heißt übersetzt: Es gibt keine störenden Heizkörper mehr an den Wänden. Dadurch werden Sie auch keine jährliche Heizkostenabrechnung mehr bekommen. Unter dem Strich kommt ein Passivhaus mit 80% oder 90% weniger Energie aus als normale Häuser.

Das Nullenergiehaus

Wie der Name schon sagt, benötigt dieses Haus 0 Energie. Dieses Ziel wird durch die Dämmung erreicht. Wichtig ist, dass die Bewohner auf geschlossene Fenster und Türen achten, damit die Lüftung richtig arbeiten kann. Für eine Verwirklichung eines solchen Nullenergiehauses müssen wichtige Installationen wie etwa Solarpaneele vorgenommen werden. Ideal sind auch große Fenster mit Südausrichtung sowie möglichst wenig Außenfläche im Verhältnis zum Volumen. Wenn dies aller berücksichtigt wird, kommt dieses Energiesparhaus ohne externe Energiezufuhr aus und die einmal investierten Mehrkosten zahlen sich auf diesem Wege schnell wieder aus.

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Energiesparend bauen nach KfW Standards

Neben dieser Klassifikation als Energiesparhäuser gibt es auch noch die Klassifikation der Energiesparhäuser nach KfW Standards. Hier bekommen Bauherren eine besondere Förderung der Banken, wenn sie ein Energiesparhaus bauen. Dabei gibt es insgesamt drei verschiedene Bauweisen. Generell geht es bei der Klassifizierung darum, wie weit das Haus in Sachen Energiebedarf die Vorgaben der EnEV noch unterschreitet.

Effizienzhaus 40 bauen

Dieses Haus kommt in seinen Standards dem Passivhaus am nächsten. Ein großer Teil der benötigten Energie wird am Haus selbst erzeugt und gespeichert. KfW 40 Häuser dürfen den gesetzlichen Mindestwert von 25 kWh pro Quadratmeter nicht übersteigen. Sie sind mit einer Wärmepumpe, einer Solaranlage und einer Dreifachverglasung ausgestattet.

Effizienzhaus 55 bauen

Ein Effizienzhaus 55 darf pro Quadratmeter Wohnfläche und pro Jahr nur noch 55 % der Energie des Referenzhauses gemessen an den Standards der EnEV verbrauchen. Gegenüber einem Niedrigenergiehaus soll dieses Gebäude noch zusätzliche 45% Energiebedarf einsparen. Dafür werden Bauherren dann mit einem zinsgünstigen Kredit von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit sowie einem Tilgungszuschuss belohnt. Der Zuschuss verkürzt die Laufzeit des Kredits und reduziert das Darlehen.

Effizienzhaus 70 bauen

Eine moderne Haustechnik und eine vorbildliche Isolation sind Grundvoraussetzung für den Bau eines Energiesparhauses nach dem KfW 70 Standard. Die typischen Merkmale sind eine Solar- oder Photovoltaik-Anlage, eine Wärmepumpe, eine Dreifachverglasung der Fenster sowie der Einbau großer Glaselemente zur optimalen Nutzung der Sonnenenergie.

Tipps zum Bauen eines Energiesparhauses mit einem Architekten

Beachten Sie, dass gewährte Darlehen von der KfW-Bank nur bis zu 12 Monate nach der Zusage abgerufen werden können. Daher sollten Sie nach Antragsstellung zügig mit der Bauplanung beginnen. Je effizienter die Planungs- und Bauabläufe sind, desto mehr Geld können Sie sparen. Legen Sie die Bauzeit idealerweise in den Sommer, denn im Winter ist durch Bodenfrost und Stürme mit längeren und für Sie teureren Ausfallzeiten zu rechnen.

Bauen Sie Ihr Energiesparhaus am besten mit einem Architekten, der bereits Erfahrung mit der Planung dieser Häuser hat. Einen solchen Architekten in Ihrer Nähe finden Sie auf dem Portal architekten.de. Hier können Sie über die Suchfilter direkt zu einer Auswahl an Dienstleistern gelangen, die Ihre Suchkriterien erfüllen und sich mit einer umfangreichen Referenzliste sowie ihren Leistungen auf dem Portal präsentieren. Sie können sich darauf verlassen, dass alle Architekten auf dem Portal ordentliche Mitglieder der Architektenkammer Ihres Bundeslandes sind.

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Setzen Sie nicht an der falschen Stelle den Rotstift an. Auch wenn Ihnen die Planungs- und Baukosten auf den ersten Blick beim Energiesparhaus höher erscheinen, zahlt sich die Investition in eine gute Dämmung, hochwertig verglaste Fenster, zusätzliche Energiegewinnung über Kollektoren oder eine Wärmepumpe kurz- und mittelfristig wieder aus.


Beitragsbild: iStock.com/sl-f


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