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Architekteninterview mit Frank Paulick: Technische Anforderungen von Beginn an einbeziehen

Was zeichnet ihr Architektur- und Ingenieurbüro aus?
Der Vorteil unseres Büros liegt in der qualifizierten Beratung. Dabei beziehen wir frühzeitig alle technischen Anforderungen von der Tragwerksplanung über die Haustechnik bis hin zur Ausrichtung des Gebäudes auf dem Grundstück mit ein. Gemeinsam mit dem Bauherrn entwickeln wir das Bauprojekt. Unsere Bauherren bekommen daher Lösungen, die speziell auf sie zugeschnitten sind. Wir nehmen ihre Vorstellungen auf und passen sie auf das jeweilige Projekt an. Dabei sind wir keine Verkäufer, sondern beraten immer fair und unabhängig. Das Grundprinzip unseres Büros ist: individuelle Planung von Anfang an und Baubegleitung bis zum Ende. Wir konzentrieren uns stark auf Schulungen und Messen wie architekten@work, wo sich Aussteller präsentieren, die sich vom Markt abheben.

Welche gestalterischen Trends gibt es aktuell im Gewerbebau?
Generell geht es heute darum, bevorzugt alternative Energien in die Haustechnik mit einzubinden sowie nachhaltig und ökologisch zu bauen. Selbstverständlich ist das auch eine Kostenfrage. Die Grundrissplanung muss möglichst variabel und flexibel sein. Eine stützenlose Gestaltung ist gerade im Gewerbebau gefragt. Auch wenn durch große Fenster helle Räume erwünscht sind, geht die Tendenz nicht mehr dahin, alles zu verglasen. Außerdem geht der Trend zum individuellen Arbeitsplatz und weg von Gemeinschaftsbüros. Dafür werden Aufenthalts- und Kommunikationsräume mit eingeplant.

In welchen Bereichen sollten Bauherren auf keinen Fall sparen?
Sparen sollte man auf keinen Fall an der Grundsubstanz oder in Bereichen, die später nur mit sehr großen Aufwand wieder geändert werden können. Fensteröffnungen, Dämmung, Dach – all das sollte durchgeplant sein. Einen Teppichbelag hingegen wechselt man beispielsweise eher mal.

Welcher Komfort ist im Bereich Hausautomation und Lichtplanung möglich?
Lichtplanung ist vor allem ein Thema für Nichtwohngebäude. Auch hier geht es darum, sich genau mit dem Bauherrn auseinanderzusetzen. Das Projekt wird genau auf den Nutzer zugeschnitten. Die Lösung für den Flurbereich unterscheidet sich dabei beispielsweise von den Büro- oder Sanitärbereichen. Nicht alles, was im Bereich Hausautomation möglich ist, macht auch Sinn. Daher versuchen wir, die Lösung in allen Bereichen zu optimieren. Das Ziel ist, durch eine stimmige Gesamtlösung den bestmöglichen Kosten-Nutzen-Effekt zu erzielen.

Wie sieht eine moderne Wärmeversorgung aus?
Die Wärmeversorgung eines Gebäudes gilt es ebenso gemeinsam mit dem Bauherrn zu entwickeln wie die Gestaltung. Sie hängt natürlich auch von den finanziellen Mitteln des Bauherrn ab. Sehr gerne finden wir individuelle Lösungen. In einem Schifffahrtsamt haben wir einmal eine Kapillarrohrdeckenheizung realisiert. Der Nutzer empfindet diese Lösung als sehr angenehm. Mithilfe einer Wärmepumpe lässt sich diese Anlage im Sommer auch zum Kühlen einsetzen. Grundsätzlich arbeiten wir bei unseren Bauprojekten mit einem Sanitär- und Heizungspartner zusammen und ziehen bei Bedarf auch weitere Partner aus dem Bereich Lüftung hinzu.

Wie gehen Sie beim Thema Brandschutz im Nichtwohnbau vor?
Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass man die Brandschutzplanung sehr frühzeitig einbinden sollte. Wenn man startet, sollten die Grundzüge des Brandschutzes gleich mitentwickelt werden, daher sprechen wir das Thema bereits in den ersten Gesprächen mit den Bauherrn an. Wie der Brandschutz schließlich ausgestaltet werden muss, hängt von dem jeweiligen Projekt ab. Ein sehr deutliches Beispiel gibt ein Gebäude, in dem bettlägerige Patienten untergebracht werden sollen. Sie können sich nicht selbst retten. Daher stellt sich die Frage: Wie geht man damit um? In unserem ganzheitlichen Herangehen wird diese Frage schon früh im Planungsprozess aufgeworfen.

Was ist bei der Sanierung von Mehrfamilienhäusern zu beachten?
Bei einem Sanierungsprojekt ist es zunächst wichtig, vernünftige Bestandsunterlagen zu erstellen. Bei einer Sanierung oder Instandsetzung sollte man daher grundsätzlich eine Kernuntersuchung machen. Wie sehen beispielsweise die Balkenköpfe im Dachbereich aus? Wo ist Schwammbefall? Aus diesen Erkenntnissen entwickeln sich die jeweiligen Projektaufgaben. Erst dann geht es darum, mit dem Bauherrn Gestaltungsmöglichkeiten zu finden.

Inwieweit spielt bei der Gestaltung von Mehrfamilienhäusern das altengerechte Wohnen eine Rolle?
Ich finde die Kombination besonders spannend, bei der man Ältere und Jüngere zusammenbringt. Mit einem Konzept, in dem Alt und Jung miteinander in Dialog treten, lässt sich individuelles Wohnen sichern und gewährleisten. Das sollte das Ziel bei einer Planung oder einer Sanierung in Richtung barrierefreies und altengerechtes Wohnen sein. 


Zum ausführlichen Architekenprofil und Referenzen von Frank Paulick

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